"SHOPPEN"
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Pressespiegel Shoppen
FAZ, 31.10.06
Am wohlsten fühlt sich das deutsche Kino im Genre immer dann, wenn es etwas zu lachen gibt. Oliver Rihs ist das in "Schwarze Schafe" gelungen… Das Münchner Pendent dazu war „Shoppen“ von Ralf Westhoff, in dem sich Singles zum sogenannten "Speed Dating" Treffen, bei dem die Teilnehmer reihum fünf Minuten Zeit haben, ihr Gegenüber kennenzulernen. Der Film besteht aus kaum mehr als ständig wechselnden Talking Heads, aber Westhoff legt dabei ein bemerkenswertes Talent für Dialoge und Timing an den Tag, das dem Film mit Sicherheit eine Kinoauswertung bescheren wird. Ähnliche Begeisterungsstürme gab es nur für "4 Minuten" von Chris Kraus.
Michael Althen
SZ Kultur, 29.10.2006
Wie überhaupt viele Filme in Hof besonders durch darstellerische Leistungen glänzten: Ralf Westhoffs "Shoppen" entwirft ein facettenreiches Porträt der Single-Generation: 18 Figuren, die mit scharfen, klugen, witzigen Dialogen versehen sind und beim "Speed-Dating" übereinander herfallen.
Rainer Gansera
Welt, 30.10.06
Die "Schwarzen Schafe" sind - sollte dies nicht deutlich geworden sein - eine Komödie, und zwar über das delirierende Berlin, wie man es sich von draußen vorstellt. Der Kontrast hieß "Shoppen" und war so nur in München möglich. Ralf Westhoffs Kinoeinstand ist gar kein Film im filmischen Sinn, befasst er sich doch mit dem neumodischen "Speed Dating", wo sich neun weibliche und neun männliche Singles jeweils in Paaren gegenübersetzen und fünf Minuten haben, sich dem Gegenüber anzupreisen - bevor die Paarungen wechseln. Diese räumliche Enge lässt eigentlich kein Kino zu, aber Westhoffs messerspitzenscharfe Dialoge machen einen das anderthalb Stunden vergessen. "Schwarze Schafe" und "Shoppen" waren die Enfants terribles von Hof; heimliche Vergnügen, zu denen sich viele nicht bekennen wollten, weil sie - jedes auf seine Art - ins Extreme gingen.
Hanns-Georg Rodek
Stuttgarter Zeitung, 30.10.06
Was kommt wirklich ins Kino? Ralf Westhoffs lustige Quasselproduktion "Shoppen", die achtzehn Münchner Midlife-Singles turniergerecht zusammenführt zum "Speed Dating" zwecks Partnertest, wird es wohl schaffen.
Ruprecht Skasa-Weiß
BR-Online Hofer Filmtage Sandras Tagebuch, 25.10.06
Mittwoch, 18.00 Uhr | Speed-Dating
Ralf Westhoff, Jung-Regisseur aus München hat Schweißperlen auf der Stirn und einen Kaffee in der Hand. Nervös ist er. Heute wird sein erster langer Spielfilm hier gezeigt. Seine Kurzfilme hat Heinz Badewitz alle abgelehnt, das wurmt natürlich, weil jeder gerne nach Hof will. Jetzt hat Ralf es geschafft und zwar gleich bis ins größte Kino. "Shoppen" heißt sein Film. Während in "Auftauchen" viel Sex gemacht wird, wird hier vor allem drüber geredet. Untertitel: "weil man heute reden können muss um Sex zu haben". "Shoppen" zeigt 18 Großstädter beim "Speed-Dating". Singles, die sich freiwillig in einen Raum sperren lassen und im Fünf-Minuten-Takt abchecken, ob das Gegenüber ähnliche Neurosen hat wie man selbst und deshalb zur temporären Paarbildung geeignet wäre. "Hast Du Allergien? - Du bist ja ganz schön direkt! - Na, ich kann ja schlecht die Katze vor die Tür setzen." Single sein bis 30 ist Party, ab 30 die Hölle. Ein Film über Einsamkeit, Kommunikationswahnsinn und die Jugendverlängerungslüge. Die besten Dialoge, die ich seit langem gehört habe und eine Komödie, die den Ernst der Lage begriffen hat.
Sandra Vogell
Blickpunktfilm, 30.10.06
Zu den Entdeckungen unter den deutschen Nachwuchsfilmen gehörten z. B. "Shoppen" von Ralf Westhoff, eine in München gedrehte Komödie um 18 Singles beim Speed-Dating, die durch ihr starkes Ensemble und ihren Dialog-Witz überzeugte. Ein Erstlingsfilm, der die deutschen Verleiher in Hof interessierte und der den Weg in die deutschen Kinos finden dürfte. Nicht zuletzt, da der bayerische Humor - den einige der "Shoppen"-Charaktere verströmen - sich ja derzeit einer besonderen Beliebtheit im Kino erfreut.
Stefanie Zimmermann
Arte online
Direkt danach war der Debütfilm SHOPPEN von Ralf Westhoff zu sehen: Speed-Dating mit 18 Schauspielern, mit knappen Dialogen, direkt auf den Punkt gebracht, einer der Publikumslieblinge des Festivals.
Nana A.T. Rebhan
Frankenpost Online, 31.10.06
Es gab auch was zu lachen beim Hofer Festival, sogar angesichts deutscher Filme. Das gilt vor allem für „Shoppen“, einen heftig umjubelten Spielfilm, der vermutlich „Shoppen & Ficken“ hieße, wäre dieser Titel nicht seit 1996 an ein Theaterstück vergeben. Zu sehen ist eine Art Verkaufs-Show: Je neun männliche und weibliche Singles sitzen sich in München bei einem so genannten Speed-Dating gegenüber. Jeder spricht mit jedem vom anderen Geschlecht; exakt fünf Minuten lang darf er versuchen, sich ins beste Licht zu rücken, um an den Mann beziehungsweise die Frau zu kommen. Von einem „sterilen Scheißspiel“ spricht da schon mal einer der Teilnehmer, der es für aussichtsreicher hält, sich per Zufall „an der Käsetheke oder beim Hautarzt“ zu treffen. Was dann auch geschieht, denn der Film zeigt ein Vorher und Nachher, bei dem die Singles erst ihre Hoffnungen formulieren („Ich suche die einzig wahre Liebe“) und später vorführen, wie sich diese überwiegend zerschlagen.
• Rundum gelungen • Steril ist das in keiner Phase. Ganz im Gegenteil: Es ist mal kabarettistisch aufgedreht, mal gefühlsecht – und rundum gelungen. Der Regisseur und Drehbuchautor Ralf Westhoff, dessen erster langer Spielfilm dies ist, hat mit herrlichen Dialogen, tollen Schauspielern und kleinem Budget eine neue Form für die einst von Doris Dörrie („Männer“) kreierte Beziehungskomödie gefunden. Sein Film sagt wirklich etwas aus über den Stand der Dinge zwischen Männern und Frauen im Lande – erwartungsgemäß nicht viel Gutes. Nach dem Erfolg in Hof hat der Filmemacher nun „ein bisschen die Hoffnung, dass wir ins Kino kommen“.
Programmkino.de
Eine faszinierende Idee hat dagegen Ralf Westhoff in seinem Erstling SHOPPEN mit viel Humor und hörenswerter Eloquenz umgesetzt. Achtzehn Singles treffen sich in München zu einem Speed-Dating. Jede Pärchenkombination hat fünf Minuten Zeit, sich miteinander bekannt zu machen, und da stoßen nicht nur Charakter, Lebensart und Schlagfertigkeit aufeinander, da wird nicht nur um sich selbst geworben, sondern auch Forderungen gestellt. Probleme kommen an die Oberfläche, die unser heutiges Leben bestimmen ,und die man nie gedacht hätte, unter solchem Zeitdruck thematisieren zu können. Am Ende darf jeder Teilnehmer die Handy-Nummern der Partner ankreuzen, die er wiedersehen will und bei Übereinstimmung auf beiden Seiten wird dies auch ermöglicht.
Ralf Westhoff gelingt es, das Speed-Dating als langgestreckten Höhepunkt zu inszenieren, der ein Feuerwerk von Wortkanonaden, ausbrechenden- und unterdrückten Gefühlen, Emotionen wie Frustrationen ist. Eingeleitet von einem Vorspiel, das den Lebenshintergrund einiger Protagonisten zeigt, fügt er dem Ganzen ein amüsantes Nachspiel zu, in dem sich die unglaublichsten Paarkombinationen wiedertreffen. Und da werden dann auch die Karten neu gemischt, denn was beim Dating gar nicht ging, bekommt auf einmal eine neue Chance und umgekehrt. Und am Ende hat man irgendwie den Eindruck, dass man in Beziehungssachen vielleicht einfach nicht so viel reden sollte. Über den Film dagegen redeten alle und die Verleihe überboten sich gegenseitig, was Hof den Anflug der Geschäftigkeit der Berlinale gab. Big Business in Oberbayern.
Kalle Somnitz und Anne Wotschke
Zitty, 3.11.06
Ein weiterer „Stadtfilm” ist der Münchenfilm Shoppen, das Debüt von Ralf Westhoff. 18 Singles nehmen an einem Speeddating teil. Fünf Minuten stehen zur Verfügung um die Liebe seines Lebens oder doch nur etwas Nettes für die Nacht zu finden. Rhythmisch nahezu perfekt erzählt, Dialoge, die teilweise vor Wortwitz nur so sprühen, machen diesen Film zu einem großen Vergnügen.
Markus Raska
Weltexpress, 2.11.06
Als Pflichttermin galt auch der Film "Shoppen", das Debüt von Ralf Westhoff, der in präzisen Dialogen Singles auf Partnersuche vor, während und nach einem Speed Date darstellt - eine ausgezeichnete Kommödie, die das Hofer Publikum begeistert hat und wohl auch noch in den deutschen Kinos für volle Säle sorgen sollte. Zumindest soll es schon reges Interesse bei Filmverleihern geben.
Alfred Exner

